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Seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre richtete Elsas kammermusikalisch sein Augenmerk vor allem auf die großformatige Besetzung Klavierquintett/ - sextett, wo er mit renommiertesten Streichquartetten und Bläserquintetten zusammenarbeiteten konnte.
Seine Partner waren hier über lange Zeit hinweg – teilweise über ein Jahrzehnt – das alte renommierte Shostakovich‚Quartett (Moskau), neben dem alten Borodin Quartett das angesehendste russische Streichquartett, das Silesian String Quartet (Kattowitz), das musikalische „Aushängeschild“ Schlesiens, das Stamitz Quartett (Prag), das Wilanów Quartett (Warschau), die Solobläser der Polnischen Nationalphilharmonie (Warschau), das Istropolis Quintett (Bratislava), das Bläserquintett Academia Prag, das Gewandhaus Bläserquintett (Leipzig), um nur einige zu nennen. Zurzeit verbindet ihn eine enge musikalische Partnerschaft mit den Solobläsern der Staatskapelle Dresden.

In den großformatigen Besetzungen bilden die Verschmelzung von Klavier- und Ensembleklang einerseits und die Führungsrolle bei Solopartien andererseits sowohl in den Besetzungen gemeinsam mit Streichern, als auch gemeinsam mit Bläsern wirkungsvolle Gegenpole, die Elsas‘ Kammermusikspiel neben einer bis ins Detail ausgeloteten dynamischen Differenzierung eine besondere Note und charakteristische Prägung geben.

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Foto: Geoff Redcrow

Im Laufe der Jahre wuchs der Wunsch, neben den großformatigen auch die z.T. ganz andere künstlerische Fragestellungen aufwerfenden kleineren Besetzungen Duo, Klaviertrio, Klavierquartett wieder ins Repertoire aufzunehmen. Dies beflügelte ihn, im Jahre 2003 das ensemble encore zu gründen, das bereits ein Jahr später, im Jubiläumsjahr Antonín Dvořáks, einen festen Platz im Konzertleben erringen konnte, nicht zuletzt deshalb, weil es, der Gründungsidee folgend, die wechselnden Besetzungen favorisiert, um die Farbigkeit und Spannung am Konzertabend zu erhöhen. Zur Zeit ruht aus organisatorischen Gründen die Aktivität.

Elsas ausgedehntes Repertoire reicht von Bach , mit dessen Musik er ganz selbstverständlich aufwuchs und dessen Werke ihn bis heute begeistern, über die Klassik und Romantik bis hin zur Moderne; zahlreiche Werke wurden für ihn komponiert oder sind ihm gewidmet.

Dabei sind ihm eine Vielzahl von Komponisten persönlich bekannt, besonders verbunden ist bzw. war er - neben dem Dänen Sven Erik Werner - einigen tschechischen, vom Regime ungeliebten, Komponisten, deren Werken er dadurch, dass er sie immer wieder auf seine Konzertprogramme setzte, zu kommunistischer Zeit im westlichen Ausland zu größerer Bekanntheit verhalf.

Daneben wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten bei den Soloklavierabenden die moderierten Konzerte zu einem Markenzeichen von Christian Elsas.

Die Verbindung von Personalstil mit Texttreue, formalem Gestaltungswillen mit Gespür für klangliche Valeurs machen die Eigenart seines Spiels aus, das die Virtuosität ganz in den Dienst der jeweiligen Komposition stellt. Diese Einstellung zur Musik manifestiert sich auch in seiner Ruhe ausstrahlenden Körperhaltung, die auf jegliche Äußerlichkeiten und Manierismen verzichtet und so den Blick ausschließlich auf die Komposition richtet, das Ohr für die glaubwürdige Ernsthaftigkeit der Interpretation schärft.

Elsas ist ein außergewöhnlicher Pianist, bei dem manches widersprüchlich erscheint. Seine Körperhaltung während des Spiels lässt kaum etwas davon erkennen, dass er mit Leib und Seele in die Musik eintaucht.
Und doch ergründet er die Tiefen des Notentextes, deutet mit Hingabe aus, wie er das Ansinnen
des Komponisten verstanden hat.
(Trierer Volksfreund)



Graues, gewelltes, schulterlanges Haar, ein gut sitzender Frack mit Kummerbund und Fliege:
wenn Christian Elsas am Flügel sitzt, ohne Notenblatt mit geschlossenen Lidern, seine schlanken Finger über
die Tasten gleiten lässt und nur ab und zu im Rhythmus der Klänge seine Augenbrauen hebt und senkt,
dann scheint er fast eine Kunstfigur zu sein. So sehr erfüllt er das Klischee des entrückten, vielleicht etwas
weltfremden Musikers. Doch es ist eben ein Klischee und vor allem nur optischer Natur.
(Der Patriot, Lippstadt)



unterschrift karlhasn frankAngeregt durch den seinerzeitigen künstlerischen Leiter des Nordhessischen Kultursommers und begünstigt durch einen glücklichen Zufall, der ihm mit dem Schriftsteller Karlhans Frank einen kongenialen Partner für literarisch-musikalische Projekte in die Arme spielte, widmete Elsas sich seit Beginn der 1990er Jahre mit großem Interesse auch diesen Genregrenzen überschreitenden Veranstaltungen.

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Foto: Gottfried Heinrich

Bereits das erste Projekt gemeinsam mit Frank unter dem Thema „Schöpfung – Natur - Umwelt“ war eine sich gegenseitig befruchtende Symbiose der beiden Gattungen. Durch den frühen Tod Franks, mit dem Elsas schon bald freundschaftlich verbunden war, kamen diese Projekte für eine längere Zeit zum Erliegen, reizten ihn aber weiterhin sehr.

So hat er seit einigen Jahren diese sehr interessante und reizvolle Kombination, jetzt allerdings vorwiegend mit renommierten Schauspielern - Uwe Friedrichsen, Christoph Bantzer, Charles Brauer, seien hier nur stellvertretend genannt - wieder aufgenommen, wobei bei allen seinen Projekten die enge Verzahnung von Wort und Musik zu einem weiteren Markenzeichen von ihm geworden ist.

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.
Joseph von Eichendorff (1788 - 1857), Wünschelrute, 1835