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Ich habe in meiner langjährigen künstlerischen Laufbahn natürlich mehr als ausreichend Material gesammelt, um eine der „üblichen“ Websites auszufüllen, aber wenn ich mich heute daran setze, will ich mich diesen allgemeinen Trend nicht anschließen, sondern auch hier, wie in meiner Musikauffassung und sehr persönlichen Interpretation verdeutlichen, dass ich eben „anders“ bin.

Christian Elsas am Piano
Foto: Geoff Redcrow

Dabei ist „anders“ vielleicht noch nicht einmal das richtige Wort. Meine „Zerstreuungen“ sind vielleicht „anders“. Für mich ist mein Beruf – vorausgesetzt, ich kann ihn in Ruhe ausüben - nicht „Arbeit“, sondern füllt mich aus, macht mein Leben aus; deshalb brauche ich nichts anderes.

Die Chefredakteurin einer großen Kulturzeitung sagte seinerzeit einmal, als ihr die Vitae von Künstlern übermittelt wurden, ‚’ach so, ja, wie immer, einer wie der andere... geboren..., Ausbildung..., bei...., dann und dann, den und den Wettbewerb gewonnen...., mit den und den großen Orchestern und Dirigenten gespielt...., in den und den großen Hallen..., bei den und den Festivals aufgetreten...., Konzerttourneen in die und die Länder unternommen...’ usw.

All diese objektivierbaren Aussagen sagen jedoch nichts über Kunst aus, nichts darüber, wie es klingt, wenn Derjenige spielt. Spürt er dem Klang jeden Tones nach? Hat er eine feinfühlige sensible Anschlagskultur? Vermag er, Strukturen deutlich zu machen? „Übersetzt“ er stilsicher und mit großer Ernsthaftigkeit die dem Kunstwerk immanente „Botschaft“ in die Jetztzeit, ohne der Komposition bzw. dessen Schöpfer damit Gewalt anzutun? Besitzt er ein weites Spektrum seelischer Empfindungen, die er dem Publikum sensibel vermitteln kann? Vermag er es, den Zuhörer zu fesseln, ihn für die Dauer des Konzertes in eine andere Welt zu leiten, die Gegenwart zu vergessen? Tritt er bewundernd hinter die Komposition zurück oder inszeniert er sich selber? Vor allem aber: berührt er mit seinem Spiel den Zuhörer in seinem Innersten? Hat er ihm etwas mitzuteilen? Kann er ihm für seinen Alltag etwas mitgeben? Oder, wie Pablo Picasso (1881 – 1973) formulierte:

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

Aber sicherlich nicht nur das, sie kann viel, viel mehr. Es ist das grundsätzliche Problem der Kunst, dass es im Prinzip keine Objektivierbarkeit gibt.

Christian Elsas
Foto: Geoff Redcrow

Wie regten sich etwa seinerzeit die Zeitgenossen über die ersten Impressionisten in der Malerei auf! Was würden heutige Kritiker wohl darüber äußern, wenn Sie eine Beethovensonate in „der Mode“, der gefragten und erwarteten Aufführungspraxis, der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hören würden? Zu ihrer Zeit berühmte Virtuosen, erfolgreich schaffende Künstler mit einem in jeder Beziehung hohen „Marktwert“ sind mitunter heutzutage nur mehr Kennern ein Begriff, während andere, die zu ihren Lebzeiten ein Schattendasein führten, die Geschichte überdauerten. Wobei letzteres aber vor allem die schaffenden Künstler betrifft, die ausführenden verschwinden erstaunlich schnell aus dem kollektiven Gedächtnis.

Es dürfte mittlerweile niemanden mehr überraschen, dass die „Berühmtheit“ eines Künstlers nicht allein von seinem Talent und seinem Fleiß abhängt. Er muss auch das Glück haben, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, den richtigen Menschen zu begegnen und genau zu diesem Zeitpunkt auch noch den Nerv der Zeit treffen oder die derzeitige Interessenlage seines möglichen Förderers. Nicht nur in den Vitae der gegenwärtig lebenden Künstler lässt sich dies nachvollziehen. Zufälle spielen eine erstaunlich große Rolle. Schaut man in die Musikgeschichte zurück, gibt es dutzende Beispiele dafür. Einem sehr berühmten spüre ich übrigens in einem meiner literarisch-musikalischen Projekte nach.

Christian Elsas
Foto: Geoff Redcrow

Ich habe mir bei diesem Internetauftritt viel Mühe gemacht, nicht nur Musik, Literatur, Malerei miteinander zu verbinden, Informatives und Nachdenkenswertes zusammenzutragen, sondern auch den Humor nicht zu kurz kommen zu lassen, und vor allem diesen Seiten tatsächlich einen Sinn zu geben, der für mich darin besteht, meine Besonderheiten, Markenzeichen, Alleinstellungsmerkmale aufzuzeigen. Dem kann ich im Nachhinein durchaus etwas Positives abgewinnen, denn verbunden mit der schriftlichen Niederlegung wurde auch eine Bewusstwerdung erzwungen, mir selbst über das, was mein Lebensziel ist und wohl auch schon immer war, Rechenschaft abzulegen. Dass sich dieses Ziel im Laufe der Jahrzehnte immer mehr herauskristallisiert hat, beglückt mich und ich bin meinem Publikum und der Presse dankbar, dass dieses immer häufiger nicht nur registriert, sondern zunehmend positiv gesehen wird.
Ich möchte gerne, falls es meine Kräfte zulassen, noch lange unbeirrt meinen Weg weitergehen, was mich zwar an Jahren älter macht, aber im Geist immer jünger.

Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer
die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupéry (1900 – 1944), aus: Die Stadt in der Wüste 1951 / original posthum unvollendet: La Citadelle, 1948) 
Off Margate
J.M. Turner (1775 – 1851), Off Margate, Entstehungsjahr unbekannt


Wenn Sie, lieber Besucher dieser Seiten, sich darauf einließen, mir ein Stück zu folgen und Sie vielleicht neugierig würden, vor einem Konzert den Künstler sowie den Menschen hinter dem Künstler zu entdecken und von diesem Menschen ein Konzert zu hören, würde mich das freuen. Dann hätte diese Website sogar einen Sinn.

Und vielleicht macht Ihnen diese Website ja sogar an der einen oder anderen Stelle Spaß, so wie auch die sogenannte „E-Musik“ nicht nur „E“ sein, sondern auch einfach Spaß machen kann.