Ihnen gefällt was Sie sehen?  -  +49 (0) 5652 4920
In der Tat vermag allein die Musik aus sich
das Unwahrscheinlichste sichtbar und lebendig zu machen,
die wahre Traumwelt,
die in der geheimnisvollen Poesie der Nächte verborgen lebt,
im tausendfältigen unnennbaren Wispern und Raunen der Blätter,
über die zärtlich das Mondlicht gleitet.
Claude Debussy (1862 – 1918)


Christian Elsas, geboren in Remscheid, seit seinem 10. Lebensjahr aufgewachsen in Marburg/ Lahn, erhielt seinen ersten professionellen Klavierunterricht im Alter von 6 Jahren. Noch während seiner Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Marburg begann er sein Studium am traditionsreichen Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt/ Main in den Fächern Klavier, Tonsatz und Gehörbildung. Nach dem Abitur wechselte er an die Musikhochschule Frankfurt/ Main, wo er 1972 seine künstlerische Reifeprüfung (Diplom) ablegte. Hier war sein „Ziehvater“ Prof. August Leopolder, der spätere Ehrensenator der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, der während seiner Lehrtätigkeit eine Vielzahl herausragender und renommierter Künstlerpersönlichkeiten ausbildete, die sich im Verlauf der Zeit ihren Platz auf dem Podium und/ oder an einer Hochschule sichern konnten.
Nach seinem Diplom „mit Auszeichnung“ wurde er in Hannover in die Meisterklasse von Prof. Hans Leygraf, der Professuren in Stockholm, Berlin, Hannover und Salzburg innehatte, aufgenommen, wo er 1977 mit dem Konzertexamen sein umfangreiches Gesamtstudium abschloss. Auch zahlreiche Leygraf-Schüler konnten bis zum heutigen Tag ihren Platz im Musikleben erringen und dauerhaft sichern.
Daneben gehörten zu Elsas’ Lehrern so bekannte Musikpädagogen wie N. Magaloff (Genf), S. Neuhaus (Moskau, Wien) und G. Agosti (Rom, Sienna).
Während seiner Studienzeit war Elsas Stipendiat mehrerer Stiftungen und Gewinner von Wettbewerben.

Foto Christian Elsas
Foto: Geoff Redcrow

Er gehört zu den wenigen Pianisten, deren Spiel nicht nur durch äußere Virtuosität, sondern auch durch auffallend feinnervige Klangkultur und Sensibilität sowie Tiefe des Empfindens überzeugt. Abseits vom Trend einer stromlinienförmigen Interpretation ist die menschliche Wärme kennzeichnend für seine Musikauffassung, mit der er an die Tradition der alten Pianistengeneration anknüpft.

„Mich deucht, die Musik müsse vornehmlich das Herz
rühren, und dahin bringt es ein Klavierspieler nie durch
bloßes Poltern, Trommeln und Arpeggieren...“
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788)


Seine bis ins Feinste ausgefeilte Klangtechnik, sein Sinn für Rhetorik, die den Flügel sprechen und singen lässt sowie seine geistige Durchdringung der jeweiligen Komposition werden von den Rezensenten besonders hervorgehoben.

Elsas begann bereits während seiner Schulzeit mit dem öffentlichen Konzertieren und ist bis zum heutigen Tag ununterbrochen auf dem Podium präsent, wobei er fast alle europäischen Länder einschließlich des ehemaligen Ostblocks bereiste. Konzertmitschnitte, Studioaufnahmen sowie Fernsehaufzeichnungen begleiteten seinen künstlerischen Weg.

Direkt nach der Studienzeit wurden ihm von den Musikhochschulen in Mainz und Frankfurt/ Main Lehraufträge angeboten. Viele Jahre lehrte er an beiden Hochschulen gleichzeitig, jahrzehntelang dann - neben seiner Konzerttätigkeit - an der Frankfurter Musikhochschule in der künstlerischen Ausbildung. Für seine Verdienste in der Lehre und als konzertierender Pianist wurde ihm Ende der 1980er Jahre als seinerzeit einzigem Pianisten in der BRD im Bereich Klavier solo vom Land Hessen der Professorentitel verliehen.

Im Laufe der Jahre nahm Elsas neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch eine Reihe ehrenamtlicher Aufgaben wahr, wie etwa die künstlerische Leitung eines Festivals, die Mitgliedschaft im künstlerischen Beirat eines großen Konzertvereins, den 1. Vorsitz im Frankfurter Tonkünstlerbund, Jurorentätigkeiten bei Wettbewerben, gab diese dann allerdings zum Bedauern der jeweiligen Institution wieder auf, da seine sich immer mehr ausweitende Konzerttätigkeit dieses zeitlich nicht mehr zuließ.

Neben seinen Soloauftritten widmet Elsas sich auch – anknüpfend an eine zusätzliche Kammermusikausbildung an der Frankfurter Musikhochschule bei Prof. Günther Weigmann und ein Cellostudium bei Prof. Alexander Molzahn – der Kammermusik. Hilfreich waren ihm dabei seine vielfachen Erfahrungen, die er während der Studienzeit sammelte, wo er neben den verschiedenen kammermusikalischen Formationen ein überaus begehrter Partner für eine höchst sensible Begleitung verlangende Sänger aber auch für diverse Einzelinstrumentalisten war. Längere Zeit bestand damals etwa mit Maria Kliegel eine Duo-Partnerschaft, die bereits von Jugend musiziert mit dem ersten Preis belohnt wurde.